Friedrich von Schwaben - CPG 345 - 2

Artikelnummer: Ink0049

  • 200 recto paginierte Blätter (182 - 380)
  • Mit 109 colorierten Illustrationen

Kategorie: Inkunabeln, Frühdrucke


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Ludwig Henfflin:

  • Friedrich von Schwaben
  • Nach Cod. Pal. Germ. 345 - 2

"In bairisch mit mitteldeutschen und alemannischen Elementen.

Thema ist die Suche nach der wahren Liebe bzw. nach der Geliebten und die damit verknüpfte Wahl zwischen Liebe und Herrschaft. Eigentlich ist es ein mit Elementen der ritterlichen Epik angereicherter Abenteuerroman. Nur der Name des Protagonisten scheint ein historisches Vorbild zu besitzen, denn er erinnert an die staufischen Herzöge und Kaiser.

Die Geschichte selbst jedoch führt in eine  Märchenwelt: Herzog Friedrich von Schwaben verirrt sich bei der Verfolgung einer Hirschkuh im Wald und gelangt zu einem einsamen Schloß. Dort entdeckt er im Dunkeln Angelburg und ihre Gefährtinnen Salme und Malmeton. Die drei Jungfrauen wurden von Angelburgs Stiefmutter Flanea und deren Liebhaber Jeroparg verzaubert. Tagsüber müssen sie in Gestalt von Hirschen den Wald durchstreifen. Nur Nachts dürfen sie sich als Menschen zeigen. Sie können nur von ains rechten fursten kind erlöst werden. Aber die Erlösung ist an zwei Bedingungen geknüpft: Der Held muß innerhalb eines Jahres an 30 bestimmten Tagen keusches Beilager mit Angelburg halten, bei dem er sie nicht ansehen darf. Friedrich erklärt sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. 

Aber schließlich kann der inzwischen Liebeskranke der Versuchung doch nicht widerstehen und riskiert es, einen Blick auf die schlafende Angelburg zu werfen. Die drei Mädchen werden daraufhin in Tauben verwandelt und an einen geheimen Ort, den aller liechtesten Brunnen verbannt. Zum Abschied schenken sie Friedrich noch drei Zauberringe. Um seine Geliebte zu suchen, läßt er sich von seinen zunächst zögernden Brüdern sein väterliches Erbteil auszahlen. Auf seiner Suche gelangt er nach Prafant, befreit dort die Fürstin Osann von dem schurkischen Arminolt von Norwegen. Seine Weiterreise führt ihn in das im Inneren der Berge liegende Zwergenreich der Königin Jerome, die sich in den Helden verliebt. Friedrich geht eine Scheinehe mit der Zwergin ein und zeugt mit ihr eine Tochter, Zipproner genannt. Aber er sehnt sich immer noch nach Angelburg, und es gelingt ihm doch noch das Zwergenreich zu verlassen.

Er tritt für mehrere Jahre in die Dienste des Königs Turneas, eines Vetters der betrügerischen Flanea, der ihm jedoch die ihm zustehende Entlohnung verweigert. Mit Hilfe der ebenfalls verzauberten und von ihm erlösten Pragnet gelangt Friedrich schließlich an den liechtesten Brunnen. Durch eine Zauberwurzel unsichtbar, kann er die drei badenden Jungfrauen an der Flucht hindern, indem er ihre Gewänder entwendet. Der unsichtbare und dadurch unerkannte Friedrich nötigt Angelburg ein Eheversprechen ab und kann so nach 20 Jahren endlich seine Geliebte und deren Gefährtinnen erlösen. Die Liebenden kehren in das Reich von Angelburgs Mutter zurück.

Doch ihre Stiefmutter Flanea und der Zauberer Jeroparg intrigieren weiter und lassen Angelburgs Vater mit seinen Truppen gegen Friedrich ziehen. Aber dieser kann die Feinde mit Hilfe seiner Brüder und Freunde besiegen. Schließlich trifft auch noch Jeromes Tochter Zipproner ein und wird von Angelburg freudig begrüßt. Doch Angelburg stirbt nach neunjähriger Ehe. Auf ihren letzten Wunsch hin heiratet Friedrich die von ihm verlassene und von Minne kranke Jerome, die daraufhin wieder gesund wird.

Entstehung, Überlieferung und Inhalt dieses Romans verweisen mehrmals auf das schwäbische Sprachgebiet und Herzogtum, was immer wieder im Hinblick auf schwäbische bzw. staufische Herrschaftsinteressen und Machtansprüche interpretiert wude . Es wurde sogar vermutet das Werk sei im Umkreis der Württemberger entstanden, welche die Nachfolge der Staufer in dieser Region angetreten hatten. Ob dies zutreffend ist oder nicht, sei dahingestellt. Der Text des Cod. Pal. germ. 345 befand sich jedenfalls im Besitz eines Mitglieds dieser Familie. Mehrere württembergisch-savoyische Allianzwappen belegen, daß die Handschrift im Auftrag der mit Ulrich V. von Württemberg verheirateten Margarete von Savoyen entstanden ist. Sie ließ die Geschichte von dem Zeichner A der Henfflin-Werkstatt mit 109 Illustrationen ausstatten, die im Unterschied zum "Lohengrin" allerdings kaum Kämpfe zeigen. Stattdessen überwiegen höfische Szenen, die den rechten Umgang der Personen miteinander – insbesonderer den Umgang der Geschlechter untereinander – zum Thema haben. Und natürlich werden auch die märchenhaften Motive des Texts – wie die Erlösung Angelburgs – in Bilder umgesetzt. (Ulrike Spyra, Maria Effinger)."

 

Verlagsfrischer, bibliophil ausgestatteter Faksimile-Reprint:

  • Gedruckt auf einem schönen alterungsbeständigen und säurefreien Werkdruckpapier, das den Originaleindruck am besten wiedergibt.
  • Gebunden als Sammleredition in Halbleinen mit Rückengoldprägung und Marmorpapier als Überzug und einer Vignette auf dem Vorderdeckel.

Sprache: Deutsch
Altverlag: Handschrift des 15. Jahrhunderts
Erscheinungsort: Stuttgart
Format: 30,5 x 22,4 cm
Fines Mundi Erscheinungsjahr: 2021
Versandgewicht: 1,60 Kg
Artikelgewicht: 1,50 Kg

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